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Kochbuch-Rezension: Zu Gast an der Amalfiküste

Foto Schäfer
17. April 2026 von Torsten Schäfer · Kommentar verfassen

Wer einmal ganz oben in Ravello auf einem der Aussichtsbalkone der Villa Cimbrone stand, wird das Panorama nie wieder vergessen. Der Blick schweift nahezu unendlich über das funkelnde Meer. Zu beiden Seiten erstreckt sich spektakulär die steil aus dem Wasser ragende Amalfiküste mit ihren sattgrünen Terrassengärten. Eine Landschaft, die der Mensch der Natur trotzig abgerungen hat, bewachsen mit duftenden Zitronen. Ein Paradies.

Terrasse mit Statuen auf Brüstung, links Zypressen und Pavillon, im Hintergrund Berge und Himmel
Götterblick an der Villa Cimbrone in Ravello (Foto: Mayk Wendt/Callwey)

An diese einzigartige Küstenlandschaft führt „Zu Gast an der Amalfiküste", der jüngste Eintrag in die großformatige Coffee-Table-Reihe des Callwey Verlags. Leser sollten nicht überrascht sein, wenn sie direkt zu Beginn des Buchs in Sorrent landen, denn mit der Geografie nimmt es Christine Gräfin von der Pahlen nicht ganz so genau. Neben Sorrent und den vier großen Städtchen Positano, Amalfi, Ravello und Vietri sul Mare stattet die Autorin, die zuvor für „Zu Gast in Venedig" in der Lagunenstadt unterwegs war, auch den Inseln Ischia und Capri einen Besuch ab. Ein Ausflug nach Neapel hat ebenfalls Platz im Buch gefunden.

Der Dom von Amalfi mit Glockenturm.
Dom von Amalfi (Foto: Mayk Wendt/Callwey)

Wie die anderen Bücher der Reihe setzt auch „Zu Gast an der Amalfiküste" auf den bewährten Mix aus Restaurant-Portraits, ausgesuchten Rezepten und großformatigen Bildern. Letztere wurden diesmal von Mayk Wendt umwerfend schön in Szene gesetzt. Sie sind eindeutig der Star des großformatigen Buchs. Mit viel Reiselust blättert man durch die Seiten und lässt sich von den sehnsuchtsweckenden Fotos verführen. Die Schönheit der Landschaft und das Besondere der Küste fängt Wendt ebenso begeisternd ein wie die leckeren Gerichte.

Servierperson trägt einen großen weißen Teller mit rohem Fisch, Garnelen, Salat und Zitronenscheiben.
Gran Crudo aus der Trattoria da Gemma in Amalfi (Foto: Mayk Wendt/Callwey)

Die Bilder sind es auch, die erklären, warum die Amalfiküste wie kaum eine andere Landschaft Italiens ein solch zugkräftiger Sehnsuchtsort ist. Die Texte dagegen weniger. Sie schrecken aufmerksame italophile Leser und Kenner der italienischen Küche angesichts Formulierungen wie „Costa Diva" oder „Spaghetti Napoli" eher ab. Dazu hagelt es Sätze aus der Klischeekiste über die Cucina Italiana: „Die italienische Küche setzt auf semplicità - auf eine schnörkellose, tief in der Kultur verwurzelte Art zu kochen, stets den Jahreszeiten folgend."

Auch bei der Auswahl der vorgestellten Gerichte gibt es berechtige Kritik. Was hat in einem Buch über die Amalfitana eine Lasagne mit Ragù alla Bolognese oder eine Kalbshaxe nach Mailänder Art zu suchen? Warum muss es wieder einmal das Tiramisù aus dem hohen Norden sein anstatt eines typischen Desserts der Amalfiküste wie die Torta Ricotta e Pera?

Küstenort mit terrassenförmig angeordneten Häusern an steilen Klippen über dem Meer und bewaldeten Bergen im Hintergrund.
Traumhaft: Positano (Foto: Mayk Wendt/Callwey)

Sei's drum, denn unter dem Strich bleibt „Zu Gast an der Amalfiküste" dank der üppigen Fotos ein schöner Bildband, durch den man gerne blättert. Zwar ist es schade, dass das Buch anders als der Vorgänger „Zu Gast in Rom" nicht über einen Coffee-Table-Schmöker hinauskommt. Aber immerhin freue ich mich nach jedem Blick in das Buch darauf, im Sommer wieder an diesen einzigartigen Ort zurückzukehren und den Blick von Ravello auf die göttliche Küste live zu genießen.

Buchabbildung von "Zu Gast an der Amalfiküste"
„Zu Gast an der Amalfiküste“ von Christine Gräfin von der Pahlen

Christine Gräfin von der Pahlen, Mayk Wendt
„Zu Gast an der Amalfiküste"
(Callwey)
ISBN 978-3-7667-2858-6, 240 Seiten, 45 €

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Foto Schäfer

Was gibt es Schöneres als Essen und Reisen? Musik vielleicht, über die ich viele Jahre hauptberuflich als Journalist geschrieben habe. Noch immer wehen mir die neuesten Songs aus Pop und Rock um die Ohren. Vor allem, wenn ich in der Küche stehe und den Kochlöffel schwinge. Mein kulinarisches Herz habe ich ans Mittelmeer verloren, wo sich unbändige Lebenslust im Essen niederschlägt. So zieht es mich mehrmals im Jahr nach Italien, wo ich mich mit besten Zutaten in der Küche austobe.

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